
Version 8.0
Ein Auszug aus der Danndorfer Chronik
Die gesamte Chronik ist im Gemeindebüro für 15,00 € erhältlich.
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1150
Die erste Erwähnung unseres Dorfes verdanken wir einem
Güterverzeichnis
des Ludgeriklosters in Helmstedt. Dieses Kloster besaß
damals in
Danthorpe (so geschrieben in der damaligen Zeit) 10 Hufen
Land (eine
Hufe = 24-30 Morgen). Die Danndorfer hatten für dieses
Land den
Zehnten zu leisten, der darin bestand, daß für jede Hufe 1
Gefäß
mit Honig, 2 Scheffel Weizen oder Hafer im Klosterkeller
abzuliefern
waren. Um dafür als Botenlohn 1 Pf. für jeden Wagen und 6
Becher
Bier zu empfangen.
Über die Menschen die hier wohnten, kein einziges
persönliches Wort.
Wir wissen nicht, wie sie hießen, mit anderen Worten, sie
bleiben
für uns anonym. Das ist aber nichts besonderes für die
damalige
Zeit. Bauern galten wenig. Es war eine Welt der
Aristokratie. Staat
und Gesellschaft wurden vom Adel beherrscht. Eine Anzahl
großer
Familien gebot über Land und Leute. Die Taten und Untaten
dieser
weltlichen und geistlichen Aristokratie machen die
Geschichten jener
Jahrhunderte aus. Mit ihnen füllen die Chronisten ihrer
Zeit die
Blätter ihrer Bücher.
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1142 - 1180
Unser Dorf gehörte damals zum Herzogtum Sachsen und der Herzog
war Heinrich
der Löwe. Heinrich der Löwe war der berühmteste aller
Welfenherzöge, die
im Lande regiert haben. Das Herzogtum Sachsen war nach dem
Aussterben
der Billunger von Kaiser Heinrich V, dem Großvater Heinrich des
Löwen,
Lothar von Süpplingenburg 1106 verliehen worden.
1125 wurde Lothar
deutscher König, 1137 ist er gestorben. Lothar von
Süpplingenburg ist
im Dom zu Königslutter begraben. Kurz vorher hatte er seinen
Schwiegersohn,
Heinrich d. Stolzen, Vater Heinrich d. Löwen, das Herzogtum
Sachsen verliehen.
Heinrich d. Löwe
war somit der Erbe der Billungsehen, Brunonischen Nordheimischen
und Süpplingenburgischen
Stammgüter. In einem Kopialbuch des Staatarchivs Wolfenbüttel
von 1333
heißt es nun über Danthorpe "Dat dorp Danthorpe dat wutorbyt
wost is."
Das Dorf ist in der Fehde ("Fehde - Streit, Feindschaft") der
Markgrafen
von Brandenburg, gegen den Herzog Albrecht d. Feisten von
Braunschweig-Wolfenbüttel
wahrscheinlich verbrannt worden. Die Bundesgenossen der
Markgrafen von
Brandenburg waren die Bischhöfe von Magdeburg und Halberstadt
und der
Herzog Otto der Strenge von Lüneburg.
1366
Der ganze Vorsfelder Werder mit Danndorf, Grafhorst und weiteren
Dörfern,
ist an die Stadt Braunschweig vom Herzog verpfändet worden.
Der Übergang
über die Aller bei Vorsfelde war für den Warenverkehr der
damaligen Zeit
von großer Wichtigkeit. Die Übersetzung dieser Urkunde im ersten
Gedenkbuch
des Rates der Stadt Braunschweig (Stadtarchiv Braunschweig B I 2
Bd 1
Blatt 42) lautet: Der Zins zu Vorsfelde Dies ist der Zins, der
zu dem
Hause zu Vorsfelde gehört. Volkmarsdorf 25 Schillinge und ein
Schwein
und 9 Hafergarben. Zu Klein Hehlingen 1 Schwein und 9
Hafergarben. Zu
(Nord) Steimke 1 Schwein und 9 Harfergarben. Unter diesen hat
der Vogt
die Wahl, wo er 1 Schwein oder 10 Schillinge von 3 Dörfern
nehmen will.
Die von Danndorf geben 10 Schillinge und 9 Harfergarben und
einen Scheffel
Roggen und geben ebenso viele Hühner wie Männer in dem Dorfe
sind.
1389 - 1742
Unser Dorf
gehörte 353 Jahre zum Lehen derer von Bartensleben. Im Jahre
1742 ist
die Familie im männlichen Stamm ausgestorben und so fiel das
Mannlehen
wieder an den Herzog zurück.
1757
Um zuverlässige Daten für eine Steuererfassung zu gewinnen, ließ
der Herzog
Karl I eine Generallandesvermessung für sein Herzogtum
durchführen. In
unserem Ort Danndorf ist diese Vermessung und genaue
Beschreibung durchgeführt.
Es ist eine sehr ins Detail gehende Beschreibung Danndorfs mit
allen darin
wohnenden Menschen und ihren Pflichten.
1760
Bis zu diesem Jahr hatte es Karl I geschafft die Schuldenlast
des Landes
von 1,5 Millionen Thalern bei seinem Regierungsantritt auf 10,5
Millionen
Thalern zu steigern. Die Zinslast war so ungeheuer geworden,
dass der Staatsbankrott
drohte. Jetzt rief die Regierung den Landtag zu Hilfe, der 2
Jahre brauchte,
um einen Tilgungsplan aufstellen zu können. Die neuen Steuern
trafen jetzt
vor allem die Stadtbewohner. Der Bauernstand trug bereits eine
unverhältnismäßig
hohe Steuerlast, so dass eine geringfügige Erhöhung schon als
unerträglich
empfunden worden wäre. Was in den Quellen bis jetzt nicht
gefunden wurde,
aber stark anzunehmen ist, sind die Verwicklungen des Herzogtums
in die
Kriege Friedrich II, des Großen, ein Schwager Karls I. Zum
Beispiel die
Besetzung Braunschweigs durch französische Truppen und
wahrscheinlich
auch Einquartierungen in den Dörfern. Ob es z.B. eine
Kriegserklärung
Braunschweigs an Frankreich gegeben hat oder ob - wie man wohl
heute sagen
würde - Freiwillige Verbände an der Seite Preußens gekämpft
haben, konnte
bis jetzt nicht herausgefunden werden. Jedenfalls könnten diese
Umstände
die gewaltige Schuldenlast erklären helfen.
Der 7 jährige Krieg
Im siebenjährigen Krieg haben französische Truppen 1757/1758
hier in der Gegend 171 Tage als Einquartierung gelegen. Im Jahr 1806
besetzten französische Truppen das Herzogtum Braunschweig. Das
Herzogtum wurde aufgelöst und dem neu gebildeten Königreich Westphalen
angegliedert.
Die Ablösungen von den Diensten und Pflichten, auch
Bauernbefreiung genannt
Gesetz, die Ablöseverordnung des Herzogtums Braunschweig
betreffend, angenommen am 15.11.1834 von der Ständeversammlung mit 27
gegen 18 Stimmen, erlassen am 20.12.1834.
Der Antrag auf Ablösung durfte nur vom Pflichtigen gestellt
werden, nicht aber von Berechtigten. Das war ein sehr wichtiger Schutz
für die Bauern. Das kam auch Danndorf zu Gute.
Erlass vom 18.5.1842
Auszug: Unter Vorbehalt der Bestätigung Herzoglichen
Odekonomic - Commission ist errichtet und abgeschlossen:
§ 1 Betrag der bisherigen Leistungen:
Die Inhaber der Reiheinstellen zu Danndorf sind verpflichtet,
der Domäne Neuhaus jährlich
eine gewisse Zahl von Handdiensten, zum Teil auch Reisefuhren, zu
leisten und ein festes Dienstgeld zu entrichten.
Alte Häuser in Danndorf
Allgemein gilt, dass der Haustyp südlich der Aller mit den
Vorsfelder Werders übereinstimmt. Als Besonderheit gilt, dass die
Pferdeköpfe Vogelköpfen ähneln.
Bevölkerungsdichte des Kreises Helmstedt
1821 waren es gerade mal 52 Einwohner je qkm
1950
bereits
185
„
„ „
Folgen der Generalseparation
Bis zur Separation wurde in Danndorf vieles gemeinsam
bewirtschaftet,
z.B. gemeinsame Viehhütung.
Mit dem Ende der Weidezeit 1864, haben die bisherigen
Verhältnisse aufgehört.
Es beginnt jetzt die Zeit des individuellen Wirtschaftens.
Der erste Weltkrieg
30 tapfere Danndorfer Bürger mussten leider mit Ihren Leben
bezahlen
Die Weimarer Zeit
Es gab 1929 über 3 Millionen Arbeitslose und Danndorf wurde
davon auch nicht verschont.
Das „Dritte Reich „
Zunächst sah man die Erfolge des Regimes, nämlich die
Schaffung von Arbeitsplätzen.
Dabei wird immer wieder an den Autobahnbau gedacht.
Aber alle diese Maßnahmen waren für die Kriegsvorbereitungen
geplant.
In unserer unmittelbaren Nachbarschaft, wurde das
Volkswagenwerk gegründet. Dieses Werk hat vor allem in den
Nachkriegsjahrzehnten die ganze Gegend positiv beeinflusst.
Flüchtlinge
Nach dem Krieg kamen viele Heimatvertriebene aus Schlesien,
Ostpreußen, Pommern und auch aus der Tschechoslowakei.
Da eine Wohnraumbewirtschaftung existierte, wurden die
Flüchtlinge und Vertriebenen bei
vielen Danndorfer einquartiert.
Vom Bauerndorf zum Siedlungs- und Pendlerdorf
In den Jahren von 1950 bis Anfang der 80ziger Jahre,
entwickelte sich Danndorf enorm.
Ausschlaggebend waren die sehr guten wirtschaftlichen
Verhältnisse und die wunderbare
Stadt-Vor-Ort Lage.
Bis heute hat sich der Zustand nicht geändert, denn wir haben
über 2.100 Einwohner.
Im Jahr 2000 konnte Danndorf mit der 850 Jahr Feier beweisen,
das es ein sehr gutes
und intaktes Vereinsleben gibt.
Bürger und Vereine haben diesen "Danndorfer Feiertag" zu einem
unvergesslichen Tag
empor gehoben.
Die einzelnen Passagen stammen aus der DANNDORFER Chronik und
diese ist im Gemeindebüro 15,00 € käuflich zu erwerben.
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